Apples OS X.10 - Yosemite Vorschau

Apples OS X.10 - Yosemite Vorschau

Dienstag, 3. Juni 2014


Könnte bitte jemand Jony Ives davon abhalten alles zu platter Zuckerwatte zu bügeln!



Als ich die ersten offiziellen Bilder zum kommenden Mac OS - sorry OS (das Mac wurde ja bereits gestrichen) sah, war es klar: Apple verfolgt Jony Ives iOS 7 Design nun auch beim Mac.

Wie schon die Glanzbildschirme bei den MacBooks ist mir auch die flachgebügelte Benutzeroberfläche ein echtes Rätsel.

Worin besteht der Vorteil, wenn ich die Bedienelemente nicht mehr vom Inhalt unterscheiden kann?

Bereits unter 10.9 sind z.B. bei iCal die Knöpfe zum Vorwärts- und Zurückblättern der Monate nicht mehr als solche erkennbar. Oben drüber sind noch welche die plastisch hervorgehoben sind, was das Ganze noch verwirrender macht.

Form folgt Funktion!

Diesen simplen wie wahren Satz sollte Apple endlich wieder umsetzen. Und auch wenn ein Großteil (wie schon bei den spiegelnden Bildschirmen) sagt "... ist doch schön!" - Es ist einfach schlechter bedienbar (zumal für alle die z.B. von Windows kommen und eben nicht wissen wo die Bedienelemente zu finden sind).

Bertrand Solet hatte es damals bei der Keynote zu Snow Leopard gut zusammengefasst: "The challange we set to ourselfes is to built a better Leopard."

Dieses Zurückbesinnen auf ein "Bessermachen" scheint zumindest bei der GUI verschwunden.

Aber vermutlich steh ich wieder alleine da mit dieser Meinung und wunder mich erneut wie schnell Gutes und Funktionierendes zugunsten von "Hautsache neu und anders" aufgegeben wird. Wie seht ihr das?

Keywords: Das Hintergrundbild gibt es übrigens hier bzw. hier









Kommentare (3)

Christian
03.06.2014, 09:12 Uhr

Hi, als ich den Artikel gelesen habe, dachte ich mir: das kann man nicht so stehen lassen. Es sind zwei fundamentale Fehler in deiner Argumentation enthalten. 1.) Du unterstellst dem Nutzer, dass er nicht lernt oder lernen kann. Ähnlich wie bei iOS 7 gibt es eine starke Lernkurve, die bewältigt werden muss, aber diese Lernkurve ist bislang von keiner Studie als "unmöglich" aufgezeigt worden. Es gibt nur Aussagen und UX-Tests von hochrangigen Experten, die besagen, dass die Nutzer die Oberfläche nicht verstehen - nicht aber, ob sie lernen können (oder auch nicht lernen können), diese zu verstehen. 2.) Die Erkennbarkeit von sämtlichen Schaltflächen hängt nicht von einem Rahmen, Verlauf oder Schatten ab, sondern von der Konsistenz in der UI-Gestaltung. Das heißt, wenn ich erkenne, dass Schaltflächen farbig hinterlegt sind, dann weiß ich auch, dass man diese klicken kann. Deine Kritik sollte allerdings eine Befürchtung sein: die Befürchtung, dass die Konsistenz der Schaltflächengestaltung sich nicht durch das gesamte UI durchzieht - und genau das ist es, was farbig-hinterlegte Texte so schwierig als Schaltflächen macht: sie verleiten und führen schnell zur Inkonsistenz. Flat Design (oder auch Reduktion) hat ein klares Ziel: wichtiges vom Unwichtigem trennen. Klarheit schaffen. Einfachheit erzielen. Dass das mit den derzeitigen Trends nicht unbedingt erfüllt ist, versteht sich von selbst. Und noch eine Sache: ich denke nicht, dass Apple jemals "Form Follows Function" verfolgt hätte. Vielmehr verfolgt Apple seit Gründung den Slogan "Less but better" - und genau dieses "but" kann man durchaus Apple derzeit vorbehalten. Denn das "but" führt dazu, dass ein System gerade für die Power-Nutzer reduziert wird - oder (wie in diesem Falle) das System die Metaphern aus der analogen Welt entfernt und schwieriger sein kann für die Anfänger.


Tice
03.06.2014, 19:14 Uhr

@Christian: Ich möchte durchaus niemandem unterstellen er könne nicht lernen. Und iOS 7 zu bedienen ist auch nicht unmöglich - das hab ich beides auch so nicht geschrieben. Meine Frage sollte eher lauten: Warum? 1) Warum muss etwas neu gelernt werden wenn es keinen Grund dafür gibt. 2) Warum muss ein Element schwerer als Bedienelement erkennbar sein? Wenn ich in einem Text im Internet Links unterstrichen anzeige und normalen Text den ich hervorheben möchte ebenfalls kann eben niemand unterscheiden was ein Link und was nur unterstrichener Text ist. Klar kann man meistens aus dem inhaltlichen Zusammenhang sehen wo vermutlich was von beidem sein dürfte. Aber geschickt ist es eben nicht beides zu vermischen. Zwei Beispiele bei iCal: a) Rosa als Markierungsfarbe für den heutigen Tag, wird von einem Großteil der männlichen Bevölkerung wegen einer Rot-grün Schwäche schlechter erkannt als beispielsweise eine kräftigere Farbe. Das sind grundlegende GUI Fehler die sich wie Anfängerfehler ausmachen. b) Warum sind die Bedienelemente rund um "today" nicht mehr wie vorher oben bei [Day Week Month Year] sondern unten im Content-Bereich? Selbstverständlich kann man das alles neu lernen und sich merken. Die Frage aber bleibt: Warum? zwar hübsch aber eben total inkonsequent).


Joe
04.06.2014, 13:10 Uhr

Tice, perfekt zusammen gefasst. Danke. Als Apple Dinosaurier sehe ich die Entwicklung im (i)OS Design ähnlich wie du. Der Designgrundsatz Form follows Function wurde bereits mehrfach gebrochen und seit dem Mr. Ive für etwas verantwortlich ist von dem er wirklich nichts versteht ist es nur noch schlimmer geworden. Das erstellen einer Benutzeroberfläche hat zunächst etwas mit Funktion zu tun und zweitranig mit Design. Seit iOS7 ist der Kalender unbrauchbar geworden. Seither klick ich immer wie blöd rum bis ich mein Terminübersicht gefunden habe. Ich benutze den Kalender täglich mehrfach und kann es trotz meiner noch jungen 40 Jahren scheinbar nicht mehr lernen. Meine 10 Jahre jüngere Frau tut sich ebenso schwer mit dem erlernen. Wir beide nutzen das iPhone seit Anbeginn. Letztendlich sehe ich bei all den Veränderungen im Design lediglich Marketingvorteile und keinerlei Nutzungsvorteile. Letzteres sollte aber bei der Entwicklung von Benutzeroberflächen immer im Vordergrund stehen.




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