15 Linux Music Player im Vergleich

15 Linux Music Player im Vergleich

Donnerstag, 11. April 2019


Die schwierige Suche nach einem iTunes-Ersatz. Mit deutlich über 10.000 Musiktiteln ist meine Musiksammlung im Laufe meines Lebens recht gut angewachsen. Meine größte Sorge war daher eher, eine Musiksoftware zu finden, die keine Probleme mit dem Handling der vielen Dateien und Daten hat. Nach Auswahl des Quellordners mit den MP3-Dateien, brauchen alle Player - wie zu erwarten - etwas Zeit die Dateien einzulesen.

Wie sich zeigte war die Menge der Dateien gar kein Problem. Aber praktisch jeder Music Player hatte dafür ein anderes entscheidendes Manko.

Zur Info: Ich habe alle meine MP3-Dateien mit tags im Kommentarfeld versehen. Dort findet man z.B. Musikinstrumente, Stimmungsbeschreibungen, Künstlernamen von ähnlich klingenden Interpreten, Teile der Songtexte und anderes, was die Suche nach diesem Stück erleichtert.

  1. Rhythmbox 🔗 Das Standardprogramm, ist stabil, erlaubt aber keine Suche in Kommentarfeldern (trotz Anzeige des Feldes).

    Rhythmbox

  2. Amarok 🔗 Völlig überladener Player mit viel Schnickschnack aber keiner übersichtlichen Playliste.

  3. Banshee 🔗 Gute Aufteilung, Albumcover-Browser, manchmal hakelig, jedoch auch keine Suche in Kommentarfeldern.

    Banshee

  4. Clementine 🔗 Schnell, Titelliste und Bibliothek nicht intuitiv verknüpft, Titel werden erst mit Details angezeigt wenn in Wiedergabeliste eingetragen, keine Zeitline des aktuellen Songs, stattdessen wird der Equilizer immer angezeigt (wer braucht das?). Gibt es auch als Mac Version.

    Clementine

  5. Elisa 🔗 Zeigte nicht alle Titel an, das Einrichten beschränkt sich auf die Angabe des Musik-Verzeichnisses, unübersichtliche Anzeige der Songs ohne ID3 Tag Auswahl.

  6. GMusicBrowser 🔗 Sehr nahe an iTunes, sehr übersichtliche Aufteilung bis auf das Wartelistenfenster, das aber Liedtexte anzeigen kann (die automatisch und recht präzise gesucht werden). Stellt Album-Cover oft nicht dar, kann in Kommentarfeld suchen, Lautstärkeregler fehlt. Hätte fast die Wahl gewonnen ...

    GMusicBrowser

    Großes Manko: Spielt die Titel nicht in der angezeigten Reihenfolge. Der Versuch die Abspielreihenfolge dem der Anzeige anzupassen klappt nur bei der Suche wie folgt:

    GMusicBrowser_Abspielreihenfolge

  7. Lollipop 🔗 Nette Albumansicht, einfache Titelliste fehlt jedoch. Bearbeitung der ID3 tags nur über externe Programme wie Ex Falso, springt in den Titeln oft an andere Stellen oder den Anfang, damit also völlig unbrauchbar.

    Lollypop

  8. Quod Libet 🔗 Ein weiterer Kandidat, der es fast geschafft hätte. Gute Aufteilung, durchsucht auch Kommentarfeld: Datei - Einstellung - Anzuzeigende Listenspalten - Bearbeiten ... - Hinzufügen - comment, Playlisten jedoch nur über Extra-Fenster: Durchsuchen - Browser öffnen - Wiedergabelisten. Leider auch keine permanente Anzeige der Zeitlinie des aktuellen Songs.

    QuodLibet

  9. Sayonara Player 🔗 Fenster lassen sich nicht einstellen, extrem unintuitiv. Wer sich die Mühe macht statt der Version 1.1 die unter Linux Mint in der Anwendungsverwaltung angeboten wird die neuere Version 1.3.0 (stable2) herunterzuladen und zu installieren bekommt einen durchaus sehenswerten Player. Trackliste, Genrespalte und Albumansicht können überzeugen. Erwähnenswert ist die Coversuche die durch einen simplen Klick auf die große Cover-Anzeige sehr gute Ergebnisse liefert.

    Die Sucheinstellungen sind leider etwas versteckt (rechte Maustaste aufs Suchfeld) und springen bei Genreauswahl wieder zurück auf die Genresuche. Man kann zwischen "Artist,Album,Track", sowie Genre oder Filename wählen. Leider durchsucht auch Sayonara nicht das Kommentarfeld der ID3-tags.

    Sayonara Player

  10. Strawberry Music Player 🔗 Recht schlichter Player, etwas altbacken mit dem grauen Klötzchenlook, kann aber alle Felder durchsuchen, spielt sauber der Reihe nach ab und hat eine aufgeräumte Benutzeroberfläche. Bisher einziges Manko: Die Cover scheinen nicht angezeigt zu werden (nur sporadisch mal eines). Nicht in der Linux Mint Anwendungsverwaltung zu finden. Nur über Snap. Es gibt übrigens Portierungsversuche zum Mac.

    Strawberry_Music_Player



  11. VLC Player 🔗 Der VLC Media Player bietet im Menü unter Ansicht - Wiedergabeliste ebenfalls eine Musikverwaltung. Das Programm bietet eine übersichtliche Playlist, eine zuverlässige Coveranzeige sowie drei Ansichten der Titel (Cover als Icons, Cover in einer Liste und die klassische Titelliste). Leider durchsucht auch VLC nicht das ID3-tag Feld Kommentare. Weiteres Manko: Bei jedem Start werden die ID3 tags neu eingelesen, was bei größeren Sammlungen viel Zeit frisst.

    Vlc1

    Vlc2


  12. Harmony 🔗 Die Ansich von Harmony auf deren Webseite sah vielversprechend aus. Leider sind die Einstellungsmöglichkeiten für eine Bezahlsoftware extrem dürftig. Zudem konnte (zumindest unter Linux Mint) kein einziges Stück angezeigt werden. Stattdessen gab es auch nach mehrmaligem Versuch nur ein drehendes Reload-Icon und den Kauf-Dialog. Schwach.

    Harmony


  13. Museeks 🔗 Der Player Museek wirkt sehr aufgeräumt. Playlisten oder ähnliches sucht man vergeblich. Auch die Bearbeitungsoptionen für MP3 tags fallen sehr spärlich aus und die Suche beinhaltet nicht das Kommentarfeld. Hübsch, aber durchgefallen

    Museek


  14. Noise/ Musik (elementaryOS Player) 🔗 Der GTK3 Player Noise ist der Standard-Player unter elementaryOS, lässt sich jedoch auch unter Ubuntu oder Linux Mint installieren.

    Es dauert eine Weile bis eine größere Sammlung eingelesen ist. Ähnlich wie bereits Museek ist de Player aufgeräumt. Playlisten sind jedoch möglich und auch das Kommentarfeld wird durchsucht (wenn auch nicht angezeigt - nur unter Bearbeiten zu sehen). Die Bedienoberfläche ist stimmig und eigentlich lässt der Player kaum Wünsche offen. Zwei Mankos trüben jedoch etwas das Bild. Radiostationen lassen sich nicht speichern und die Reaktionszeit ist oft recht langsam. Mit etwas Gedult aber ein durchaus brauchbarer Player.

    Noise Musik Player

  15. Tauon Music Box 🔗 Tauon ist ein schlichter Music Player. Die schicke, wenn auch etwas zu dunkle, Oberfläche wirkt aufgeräumt, bietet aber leider auch wenig Funktionen. Ein Rechtsklick auf Songs erlaubt die ID3-tag Bearbeitung nur über ein externes Programm (Picard). Die etwas versteckte Suchfunktion (unten rechts im Hamburgermenü) nennt sich zwar Global Search, findet aber keine Suchbegriffe im Kommentar-tag.

    Damit findet sich auch dieser Player in der Rubrik hübsch aber nutzlos wieder.

    Tauon Musix Box

Fazit: Auch nach Monaten der Suche bin ich noch nicht wirklich zufrieden. Rhythmbox ist eigentlich der beste Player (schlicht, stabil und intuitiv zu bedienen), wenn nur die fehlende Kommentarfeld-Suche nicht wäre. Darum teilen sich aktuell der Strawberry Music Player und Noise die Nummer 1.

Wer einen Tipp hat, wie man Rhythmbox auch das Kommentarfeld durchsuchen lassen kann, oder ein Linux-Programm kennt, dass die gesuchten Eigenschaften hat: Bitte schreibt es unbedingt in die Kommentare.







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